* I C E S K U L P T U R E *

Rügen , Insel Rügen / Deutschland

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Insel Rügen, Germany

Fast zwei Wochen lang hielt uns ein geradezu sibirischer Winter bei -10 bis -15 Grad und stürmischen Nordwinden fest im Griff. Er formte durch die bis zu 15 Meter hochpeitschenden Wellen nicht nur diese schöne Eisskulptur von diesem Leuchtturm, sondern vergrub auch das gesamte Hafensystem unter dicken Eisdecken

Ich habe noch nie eine so gewaltige Naturgewalt erlebt, und das in unserem eigenen Land.

An diesem Morgen hatte sich das Wetter nach vielen Tagen Sturm heftigstem Frost sowie peitschendem Eisregen endlich beruhigt. Tagelang hatte ich schon aufgeregt den Wetterbericht beobachtet in der Hoffnung einen schönen Sonnenaufgang zu erwischen. 

Am Tag vor dieser Aufnahme war es dann endlich soweit. 10 Stunden Sonne waren laut Wetterapp für den kommenden Tag angesagt. Sofort wurde alles gepackt und sich auf die Reise nach Rügen begeben wo ich schon gleich am Abend meine ersten Locationrecherchen und Probeaufnahmen machen konnte.

Am nächsten Morgen um 04:30 ging dann der Wecker. Etliche Male war ich schon wach geworden und hatte besorgt auf die Uhr geschaut um nicht versehentlich doch noch zu verschlafen.

Am Hafen angekommen machte ich mich auf den Weg zum Leuchtturm , der etwa 25 Minuten Fussweg entfernt war. 

Die Sonne sollte um 07:07 Uhr aufgehen und so genoss ich in Ruhe den Marsch unter Sternen und einem hell leuchtenen Mond bei absoluter Windstille. Ich war ganz allein. Nur das knirschen meiner Schuhe auf dem gefrorenen Schnee sowie das gelegentliche Geschrei von Möven war zu hören. In der Ferne leuchtete mir der Leuchturm den Weg zwischen bizarr vereisten Steinen und der im Mondlicht weiss schimmernden Mauern der Hafenanlage.

Die Luft war eisig und klar. Es versprach ein herrlicher und spannender Morgen zu werden, und so freute ich mich auf alles was noch kommen würde.

Am Leuchtturm angekommen war ich zuerst einmal beeindruckt von der unfassbaren Schönheit der Eisskulpturen die die am Leuchtturm hochpeitschenden Wellen hinterlassen hatte. Noch nie zuvor hatte ich so etwas gesehen. Überall um mich herum nur pures aufgetürmtes Eis. Auf dem kompletten Weg, vor mir , hinter mir , neben mir, auf der Treppe, auf den Mauern auf den Wellenbrechern und natürlich am Leuchtturm selbst...es war wirklich unfassbar.

Langsam kündigte sich die blaue Stunde an und ich bezog meine Position die ich mir schon am Tag zuvor herausgesucht hatte. 

Es war mir wichtig vor allem den Turm in seiner vollen Schönheit als zentrales Bildelement zu positionieren ohne dabei die vereiste Umgebung ausser Acht zu lassen, die ja mindestens genau so faszinierend anzuschauen war wie der Leuchtturm selbst. 

So wählte ich eine weiter entfernte Position und konnte der Eislandschaft auf diese Weise im Vordergrund ihren gebürenden Platz einräumen ohne jedoch zu dominat zu werden.

Nun hiess es warten auf das richtige Licht. Gerade bei der Kombination von künstlicher Beleuchtung, die ja nie Ihre Intensität ändert, und dem normalen Umgebunslicht gibt es oft nur ein kleines Zeitfenster von wenigen Minuten wo alles zusammenpasst. Als die Sonne sich knapp unter dem Horizont ankündigte war es dann soweit, und ich konnte eines meiner schönsten Eisbilder überhaupt machen. Das warme leuchten des Turmes und die dazu im sanften Horizontlicht leuchtend schimmernde Eislandschaft war einfach göttlich anzuschauen.

Eines meiner schönsten Winterbilder ever.

enjoy